ein Blog zum Seminar Farbgestaltung
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Nordlicht

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Das Land zwischen den Meeren

Oft stand ich am Strand, in der Ferne nur die Unendlichkeit.

Ich kenne die Ruhe, die von einer glatten, hellen Oberfläche ausgeht, aber auch die Gefahr, die in dunklen Tiefen lauert.

Ich habe gespürt, wie die Kälte in meinem Rachen anfängt zu brennen und wie in dem Moment, in dem man vollkommen in Nacht gehüllt wird, aus lautem Tosen Stille wird. 

Gleichmäßiges Rauschen ließ mich so oft zur Ruhe kommen, wie konnte ich nur anders, als zufrieden zu sein?

Sehnsucht überkam mich selten, war dieses ungreifbare Blau doch nichts Unbekanntes für mich.

Die Farbe Blau ruft viele Assoziationen bei den Menschen hervor, doch ich denke dabei als erstes an das Meer.

Und das Meer bedeutet für mich vor allem eines:

Heimat.

Chromodorididae

Die Prachtsternschnecken haben es wahrlich verdient, das Wort ‘chromo’ (grch. chroma, dt. Farbe) in ihrem Namen zu tragen!

Ihr unglaublich buntes Erscheinungsbild nutzen die Nacktschnecken übrigens teilweise zur Tarnung, schwer vorstellbar, aber in den ebenfalls farbenprächtigen Korallenriffen werden sie tatsächlich eins mit ihrer Umgebung.

Ich stelle hier lediglich vier Arten vor, deren Aussehen mich besonders fasziniert, bei diesen Tieren wird die Google-Bildersuche aber zu einem Farberlebnis! Also los! Googlen!

Chromodoris roboi: 

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Source: https://www.flickr.com/photos/shekgraham/2213812606 

Chromodoris geminus:

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Source: http://picasaweb.google.com/lh/photo/6Vi_JYNFI2QjHQXdQQ8vaA

Chromodoris neona:

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Source: http://www.jaxshells.org/asarg.htm

Chromodoris gleniei:

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Source: https://www.flickr.com/photos/30583764@N05/8639253601/

Bismut

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Source: http://1hqwallpaper.mobi/bismuth-crystals-wallpapers.html

There’s nothing, that nature can’t do!

Bismut ist ein chemisches Element, das an trockener Luft silber-weiß ist, bei Feuchtigkeit oxidiert jedoch seine Oberfläche und das in allen erdenklichen Farben!

Fellnasen

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Die Farben meiner Mitbewohner.

Mehr als einfach nur braun-weiß!

Peacock vs. Peacock

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Source: https://www.pinterest.com/pin/233202086931453663/

Natürlich schafft man mit Tinte nicht das, was die Natur vollbringt.

Die Farben des echten Pfauenauges sind intensiver, leuchtender und vielfältiger, als die auf meinem Arm.

Das ist in Ordnung, dem Pfau stehen sie besser.

Ich sehe diesen Vergleich allerdings als kleine Metapher dafür, wie der Mensch stets der Natur nacheifert und doch immer hinterher hinkt.

Peacock

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die Farben auf meinem linken Unterarm

Eucalyptus deglupta

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Source: https://parfaitparty.wordpress.com/2012/07/10/rainbows-you-can-catch/rainbowtrees2/

Der Regenbogen Eukalyptus erneuert seine Rinde jährlich, die alte blättert sich dabei in Streifen ab, welche je nach Alter unterschiedliche Farben annehmen.

Die eigentlich grüne Rinde färbt sich erst in ein Dunkelgrün, dieses wird als nächstes blau, danach folgen Violett, Pink, Orange, Rot und als letztes Braun

Grün sehen

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Ich drehe mich im Kreis, suche einen Ausweg, doch sie hält mich gefangen.

Undurchdringlich und unüberwindbar.

Diese Welt aus Metall und Beton. Sie ist unerbittlich.

Ich laufe los, es ist eine Flucht vor der Erdrückung.

Zu der Trostlosigkeit, gesellt sich eine weitere Farbe, abweisend, bedrohlich, sie versucht mich daran zu hindern, meinen Weg fortzusetzen, immer wieder dringt sie auf mich ein, ich soll stoppen.

Noch einmal Sklave des fahrenden Käfigs sein, bevor die Luft knapp wird, wieder diese Farbe, ich stelle mich ihr, weiß ich doch, dass ich sie bald hinter mir lassen werde.

Als ich aussteige, spüre ich, wie das Leben zurückkehrt. Ein Ausstieg aus einer Welt, die ich bedauere. Eine Befreiung, zumindest für einen Tag.

Mit jedem Schritt entferne ich mich weiter von ihr, die Luft in meinen Lungen fühlt sich sauberer an, der Krach in meinen Ohren verstummt und Melodien nehmen seinen Platz ein. Der harte Widerstand unter meinen Füßen, der mich sonst erbarmungslos daran erinnert, dass ich flugunfähig auf die Erde gefesselt bin, verschwindet.

Ich drehe mich im Kreis, schaue mich um, vor mir eröffnen sich mehrere Wege, ich muss nur entscheiden, welchen ich nehme.

Trostlosigkeit und Abweisung sind gewichen. Eine neue Farbe überwiegt.

Sie ist sagt mir, dass ich richtig bin, dass ich angekommen bin.

Sie lässt mich herein, lässt mich eintauchen und beruhigt mich.

Alles um mich herum gehört ihr, sie umschließt mich, schützend nicht erdrückend. Sie bewahrt mich davor, die Hässlichkeit zu sehen, vor der ich geflohen bin.

Unter meinen Füßen spüre ich, wie sie mich trägt, weich und nachgiebig, als würde ich auf Wolken gehen.

Ich laufe los, die Richtung ist egal, ich kann sie jeder Zeit ändern, es steht mir frei, wohin ich gehe und wie lange ich bleibe.

Natürlich unnatürlich

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Eigentlich hasse ich Grün.

Man kann mir vorsetzen, was man will, wenn es grün ist, wird es mich nie dazu bringen, in Freudentränen auszubrechen.

Grün empfinde ich als eine der hässlichsten Farben überhaupt, es ist für mich weder warm noch kalt, irgendetwas dazwischen, weder gut noch böse, nicht auffällig, aber trotzdem unmöglich zu übersehen.

Ich kann deswegen auch nicht sagen, dass Grün langweilig ist. Wenn ich Grün eine Eigenschaft zuordnen müsste, wäre diese wohl ‘unbequem’ oder ‘unangenehm’.

Alles was grün ist, wirkt auf mich chemisch, künstlich, billig und absolut unnatürlich, so als sollte es eine andere Farben haben, nur nicht Grün.

Grün wirkt unnatürlich?

Ja, Grün außerhalb der Natur wirkt auf mich unnatürlich.

Grün ist die Farbe der Natur und sie ist dieser vorbehalten. Das hat nicht etwa etwas mit einer festgefahrenen Meinung zu tun, sondern ist vielmehr eine einfache Empfindung.

Und diese Empfindung ist der Grund, weswegen ich Grün als künstlich eingesetzte Farbe nicht ausstehen kann.

Es versucht dem natürlichen Grün ebenbürtig zu sein und versagt doch kläglich in seiner Geschmacklosigkeit, die allerorts deplatziert ist. 

Es bedrängt mich, es schnürt mich ein.

Ich hasse Grün.

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Eigentlich …

Bombus

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Wie ihre Verwandte, die Biene, kann auch die Hummel Farben sehr gut sehen und besitzt ebenfalls Rezeptoren, die UV-Licht wahrnehmen. 

Über die Flugkünste des kleinen, pelzigen Insektes werden oft Witze gerissen, dabei fliegt sie doch und sie fliegt nicht nur, sie fliegt auch ausgesprochen schnell.

Damit sie trotz hoher Geschwindigkeit ihre Umgebung noch wahrnehmen kann, arbeiten ihre Rezeptoren fünfmal schneller als die des Menschen.

Sie ist damit das am schnellsten sehende Tier!